Die zuständige Behörde in Deutschland

Das Versorgungsamt ist für den Schwerbehindertenausweis zuständig. Jede große Stadt oder jeder Landkreis hat ein eigenes Versorgungsamt. Manchmal heißt diese Behörde auch Amt für Soziale Angelegenheiten. Sie finden die genaue Adresse für Ihre Region schnell über das Internet oder bei Ihrer Gemeindeverwaltung.

Wichtige Fristen für den Antrag

Es gibt keine feste gesetzliche Frist. Sie müssen sich nicht beeilen. Sie sollten den Antrag aber trotzdem so früh wie möglich stellen. Die Bearbeitung bei der Behörde dauert oft viele Monate. Je früher Sie den Antrag einreichen, desto schneller bekommen Sie Ihre Unterstützung.

Diese Dokumente benötigen Sie

Das Amt muss genau wissen, wie stark Ihre Einschränkungen sind. Dafür braucht die Behörde medizinische Nachweise. Sammeln Sie diese Unterlagen in Ruhe zusammen:

  • Den ausführlichen Entlassungsbericht aus dem Krankenhaus.
  • Den Abschlussbericht aus der Rehabilitation.
  • Eine Liste mit den Namen und Adressen aller behandelnden Ärztinnen und Ärzte.
  • Eine aktuelle Medikamentenliste.

Der praktische Weg

  1. Rufen Sie das Versorgungsamt in Ihrer Nähe an oder suchen Sie die Webseite.
  2. Bitten Sie um das Antragsformular. Viele Versorgungsämter bieten es auch zum Herunterladen an.
  3. Füllen Sie das Formular in Ruhe aus. Bitten Sie bei Bedarf Ihre Angehörigen um Hilfe.
  4. Schicken Sie das Formular mit den gesammelten Unterlagen an die Behörde.

Was der Ausweis bringt

Ab einem Grad der Behinderung (GdB) von 50 erhalten Sie den Schwerbehindertenausweis. Er kann je nach Ihrer Situation verschiedene Vorteile ermöglichen: einen besonderen Kündigungsschutz am Arbeitsplatz, steuerliche Freibeträge, vergünstigten Nahverkehr oder Zusatzurlaub. Welche Vorteile für Sie gelten, hängt vom festgestellten GdB und den eingetragenen Merkzeichen ab.

Wenn der Bescheid nicht passt: Widerspruch

Wenn Sie mit dem festgestellten GdB nicht einverstanden sind, können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Lassen Sie sich dabei von einer Sozialberatung oder einem Sozialverband (zum Beispiel dem VdK oder dem SoVD) unterstützen. Diese Beratung ist oft kostenlos oder kostengünstig und erhöht Ihre Chancen deutlich.