Einfach erklärt
Stimmungstiefs nach Schlaganfall: Wann und wie Sie Hilfe bekommen
Nach einem Schlaganfall können Stimmungstiefs oder Ängste auftreten. Das ist keine Schwäche. Sie können behandelt werden. Lesen Sie hier, was möglich ist und wer hilft.
Was ist eine Depression nach Schlaganfall?
Eine Depression nach Schlaganfall ist keine Charakterschwäche.
Sie ist eine häufige Folge des Schlaganfalls selbst.
Sie wird genauso behandelt wie eine Depression sonst.
Dazu gehört auch die emotionale Labilität.
Bei emotionaler Labilität weinen oder lachen Sie ohne Grund.
Auch das kann behandelt werden.
Was sagt die Leitlinie?
Die Leitlinie empfiehlt, über das Risiko für Depression oder Angst zu informieren.
Das Risiko kann auch erst Monate nach dem Schlaganfall auftreten.
Bei Verdacht auf Angst oder Depression soll ein Fragebogen helfen.
Der Fragebogen wird regelmäßig wiederholt.
Antidepressiva können bei emotionalen Beschwerden helfen.
Eine Psychotherapie, besonders Verhaltenstherapie, kann angeboten werden.
Bei starken Stimmungsschwankungen kann eine Kombination aus beidem sinnvoll sein.
Antidepressiva zur Vorbeugung werden nicht empfohlen.
Wer hat ein höheres Risiko?
Menschen mit Sprachstörungen nach Schlaganfall haben ein höheres Risiko.
Eine frühe Sprachtherapie kann das Risiko senken.
Erschöpfung nach Schlaganfall ist nicht automatisch eine Depression.
Beides muss genau abgeklärt werden.
Wer hilft und wer zahlt?
Ihre erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis.
Die Hausärztin oder der Hausarzt verordnet Medikamente.
Psychotherapie ist eine Kassenleistung in Deutschland.
Den Einstieg macht die psychotherapeutische Sprechstunde.
Die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung hilft unter 116117.
Medikamente werden von der Haus- oder Facharztpraxis verordnet.
Wichtige Fragen für Ihr Arztgespräch
Können wir mit einem Fragebogen prüfen, ob hinter meiner Stimmung mehr steckt?
Ist meine Erschöpfung eine Depression oder eine Fatigue?
Soll ich ein Gespräch, Medikamente oder beides bekommen?
Wurde bei mir eine Depression festgestellt oder ist das vorbeugend gemeint?
Wo finde ich eine Psychotherapie, die mit meinen Sprach- oder Konzentrationsproblemen umgehen kann?
Woran merken wir nach einigen Wochen, ob die Behandlung wirkt?
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