Bundespflegegeld, Stufen 1–7 (Österreich)
Gilt nur in Österreich.
Österreichs Pflegegeld-System: 7 Stufen, bemessen nach monatlichen Pflegestunden (ab 65 Std./Monat). Steuerfrei, 12× jährlich ausgezahlt. Für einige Diagnosen gibt es eine Mindesteinstufung (Paragraph 4a BPGG), etwa bei Querschnittlähmung oder Multipler Sklerose. Ein Schlaganfall steht nicht auf dieser Liste: Auch wer danach auf einen Rollstuhl angewiesen ist, wird nach dem tatsächlich festgestellten Pflegebedarf in Stunden eingestuft. Zusätzlich gibt es in Österreich die Pflegekarenz und ein strukturiertes 24-Stunden-Betreuungsmodell mit staatlichem Zuschuss.
Was tun?Antrag bei der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) stellen. Wichtig: Erhöhungsantrag einreichen, wenn sich der Zustand verschlechtert.
Warum das für Sie wichtig ist
Das Bundespflegegeld ist die zentrale Pflegeleistung in Österreich. Ohne Antrag gibt es keine Leistungen. Da die Auszahlung erst ab Antragsdatum erfolgt, sollte der Antrag möglichst früh, idealerweise noch im Krankenhaus, gestellt werden.
Häufige Missverständnisse
Viele denken, das Bundespflegegeld decke alle Pflegekosten. Es ist eine Pauschalleistung, die Mehraufwendungen teilweise abgelten soll. Auch: Das Pflegegeld ist steuerfrei und wird nicht auf andere Leistungen angerechnet. Es muss aktiv beantragt werden, es kommt nicht automatisch.
Sie suchen eine Stelle, die Ihnen dabei hilft? Der Wegweiser zeigt Ihnen passende Anlaufstellen in Österreich.
Im Detail
Das Bundespflegegeld in Österreich wird in 7 Stufen bezahlt (Stufe 1: 192,50 EUR bis Stufe 7: 1.777,30 EUR monatlich, Stand 2024). Es soll pflegebedingte Mehraufwendungen pauschal abgelten. Den Antrag stellt man beim Pensionsversicherungsträger oder bei der ÖGK. Ein Gutachter kommt zum Hausbesuch und bewertet den täglichen Pflegebedarf in Stunden.
Passende Anlaufstellen
Geprüfte Stellen aus dem Bereich „Alltag & Selbstständigkeit".
Pflegedienste und Tagespflege finden – vdek-Pflegelotse
Kostenloses Suchportal für Pflegeangebote in ganz Deutschland: ambulante Pflegedienste, Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflege, Pflegeheime, Betreuungsdienste und Pflegeberatungsstellen, jeweils mit Adresse, Leistungen und Preisen. Die Suche läuft über die Postleitzahl und steht allen offen, unabhängig davon, bei welcher Kasse Sie versichert sind.
EUTB – Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung
Kostenlose und unabhängige Beratung zu allem, was Teilhabe betrifft: Hilfsmittel, Anträge, Reha, Rückkehr in den Beruf und Wohnen. Rund 500 Beratungsstellen bundesweit, vom Bund gefördert und ausdrücklich unabhängig von Krankenkassen und Rentenversicherung. Beraten wird häufig von Menschen, die selbst eine Behinderung haben.
REHADAT Hilfsmittel – Alltagshilfen-Datenbank
Deutschlands größte kostenfreie Datenbank für Hilfsmittel im Alltag: von Greifhilfen über Kommunikationshilfen bis Mobililitätshilfen. Produkte vergleichen und Anbieter finden.
CLUB MOBIL – Fahreignungsüberprüfung
Eine Fahrprobe im echten Straßenverkehr, bevor Sie zur Führerscheinbehörde gehen. Sie fahren im Fahrschulauto mit einer gerichtlich beeideten Sachverständigen und einem Fahrlehrer und bekommen ein schriftliches Gutachten. Brauchen Sie nach einer Lähmung Hilfen am Auto, wird auch festgestellt, welche.
Österreichisches Rotes Kreuz – Rufhilfe
Ein wasserfester Sender am Handgelenk, über den Sie auf Knopfdruck eine Notrufzentrale erreichen. Kommt kein Gespräch zustande, schickt das Rote Kreuz ein Einsatzfahrzeug mit Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitätern. Angehörige können als Kontaktpersonen hinterlegt werden. Gedacht für Menschen, die nach dem Schlaganfall viel allein zu Hause sind.
ÖBB Mobilitätsservice-Zentrale
Kostenlose Hilfe beim Ein-, Um- und Aussteigen an österreichischen Bahnhöfen, dazu Auskunft, welche Bahnhöfe und Züge barrierefrei sind. Anmeldung telefonisch oder über das Online-Formular. Mit Behindertenpass fahren Sie in ganz Österreich um 50 Prozent günstiger, ohne eine eigene Ermäßigungskarte zu brauchen.
Schweizerisches Rotes Kreuz – Fahrdienst
Freiwillige des Roten Kreuzes fahren ältere und kranke Menschen zu Arztterminen und in die Therapie, wenn Bus und Bahn nicht mehr gehen. Gebucht wird telefonisch, je nach Kantonalverband auch online. Sie zahlen eine Entschädigung, die die Auslagen der Freiwilligen deckt, also deutlich weniger als ein Taxi.
Schweizerisches Rotes Kreuz – Notruf
Der Rotkreuz-Notruf ist ein Sender, den Sie am Handgelenk oder als Kette tragen und über den Sie auf Knopfdruck eine rund um die Uhr besetzte Notrufzentrale erreichen. Die Zentrale sieht Ihre hinterlegten Angaben, verständigt Ihre Kontaktpersonen oder den Rettungsdienst. Es gibt Varianten für zu Hause, für unterwegs und als Uhr.
Spitex Schweiz
Spitex steht für spitalexterne Hilfe und Pflege: professionelle Pflege und Betreuung bei Ihnen zu Hause. Nach einem Schlaganfall unterstützt die Spitex Sie bei Körperpflege, Medikamenten, Wundversorgung und im Alltag, damit Sie zu Hause bleiben können. Der Zugang läuft über eine ärztliche Verordnung, die Kosten der verordneten Pflege übernimmt die Krankenkasse aus der Grundversicherung.
Belegt mit 2 Quellen
Die Angaben auf dieser Seite stützen sich auf Gesetze, Behörden und die Stellen, die die Leistung gewähren. Bitte lesen Sie im Zweifel dort nach: Gesetze und Beträge ändern sich, und für Ihren Fall gilt immer der aktuelle Text.
- Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS), Österreich: Bundespflegegeldgesetz (BPGG), § 4a – MindesteinstufungenBelegt: Die Mindesteinstufung gilt für eine abschließend aufgezählte Gruppe von Diagnosen: Qürschnittlähmung, beidseitige Beinamputation, genetische Muskeldystrophie, Encephalitis disseminata und infantile Cerebralparese. Ein Schlaganfall gehört nicht dazu.Von uns geprüft am 26.08.2026.
- Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS), Österreich: Bundespflegegeldgesetz (BPGG), §§ 4 und 5 – Anspruch und Höhe des PflegegeldesBelegt: Sieben Pflegegeldstufen, Anspruchsvoraussetzungen und die monatlichen Beträge je StufeVon uns geprüft am 26.08.2026.
Was möchten Sie als nächstes tun?







