Hilfsmittelverordnung
In Österreich: Hilfsmittelversorgung über ÖGK/PVA
In der Schweiz: IV-Hilfsmittel (einfach und zweckmässig)
Das Rezept für medizinische Hilfsmittel wie Rollstuhl, Rollator, Orthese oder Kommunikationshilfe. Die Kasse übernimmt das notwendige Hilfsmittel und kann ein günstigeres, gleich geeignetes vorschlagen. Zwischen mehreren gleich geeigneten Hilfsmitteln haben Sie die Wahl.
Was tun?Arzt um Verordnung bitten. Lehnt die Kasse ab oder bietet eine unpassende Alternative an: Widerspruch gegen den Bescheid einlegen. Sanitätshaus berät bei der Auswahl.
Warum das für Sie wichtig ist
Hilfsmittel ermöglichen Selbstständigkeit im Alltag nach dem Schlaganfall. Ohne Rollstuhl oder Gehhilfe sind viele Betroffene auf ständige Hilfe angewiesen. Die Verordnung sichert die Finanzierung und ermöglicht Ihnen, möglichst selbständig zu leben.
Häufige Missverständnisse
Viele kaufen Hilfsmittel auf eigene Kosten, weil sie nicht wissen, dass die Kasse zahlt. Auch gilt: Die Kasse übernimmt das nötige Hilfsmittel, nicht zwingend das modernste Modell. Ein Widerspruch oder ein Beratungsgespräch beim Sanitätshaus hilft, die beste Option zu finden.
Sie suchen eine Stelle, die Ihnen dabei hilft? Der Wegweiser zeigt Ihnen passende Anlaufstellen.
Im Detail
Über eine Hilfsmittelverordnung übernimmt die Krankenkasse Kosten für medizinische Hilfsmittel wie Rollstühle, Gehhilfen, Orthesen, Badehilfen oder Kommunikationshilfen. Der Arzt verordnet das Hilfsmittel; bei vielen Hilfsmitteln muss die Krankenkasse vorher genehmigen. Die Verordnung verliert ihre Gültigkeit, wenn die Versorgung nicht innerhalb von 28 Kalendertagen beginnt. Die Zuzahlung beträgt in der Regel 10 % (mindestens 5 EUR, maximal 10 EUR je Hilfsmittel). Die Kasse übernimmt das notwendige Hilfsmittel; teurere Modelle können gegen Aufpreis gewählt werden. Ein Umbau des Bades ist kein Hilfsmittel: Dafür kann die Pflegekasse einen Zuschuss zur Verbesserung des Wohnumfelds geben.
In anderen Ländern
Österreich: Hilfsmittelversorgung über ÖGK/PVA
Schweiz: IV-Hilfsmittel (einfach und zweckmässig)
Passende Anlaufstellen
Geprüfte Stellen aus dem Bereich „Alltag & Selbstständigkeit".
Pflegedienste und Tagespflege finden – vdek-Pflegelotse
Kostenloses Suchportal für Pflegeangebote in ganz Deutschland: ambulante Pflegedienste, Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflege, Pflegeheime, Betreuungsdienste und Pflegeberatungsstellen, jeweils mit Adresse, Leistungen und Preisen. Die Suche läuft über die Postleitzahl und steht allen offen, unabhängig davon, bei welcher Kasse Sie versichert sind.
EUTB – Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung
Kostenlose und unabhängige Beratung zu allem, was Teilhabe betrifft: Hilfsmittel, Anträge, Reha, Rückkehr in den Beruf und Wohnen. Rund 500 Beratungsstellen bundesweit, vom Bund gefördert und ausdrücklich unabhängig von Krankenkassen und Rentenversicherung. Beraten wird häufig von Menschen, die selbst eine Behinderung haben.
REHADAT Hilfsmittel – Alltagshilfen-Datenbank
Deutschlands größte kostenfreie Datenbank für Hilfsmittel im Alltag: von Greifhilfen über Kommunikationshilfen bis Mobililitätshilfen. Produkte vergleichen und Anbieter finden.
CLUB MOBIL – Fahreignungsüberprüfung
Eine Fahrprobe im echten Straßenverkehr, bevor Sie zur Führerscheinbehörde gehen. Sie fahren im Fahrschulauto mit einer gerichtlich beeideten Sachverständigen und einem Fahrlehrer und bekommen ein schriftliches Gutachten. Brauchen Sie nach einer Lähmung Hilfen am Auto, wird auch festgestellt, welche.
Österreichisches Rotes Kreuz – Rufhilfe
Ein wasserfester Sender am Handgelenk, über den Sie auf Knopfdruck eine Notrufzentrale erreichen. Kommt kein Gespräch zustande, schickt das Rote Kreuz ein Einsatzfahrzeug mit Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitätern. Angehörige können als Kontaktpersonen hinterlegt werden. Gedacht für Menschen, die nach dem Schlaganfall viel allein zu Hause sind.
ÖBB Mobilitätsservice-Zentrale
Kostenlose Hilfe beim Ein-, Um- und Aussteigen an österreichischen Bahnhöfen, dazu Auskunft, welche Bahnhöfe und Züge barrierefrei sind. Anmeldung telefonisch oder über das Online-Formular. Mit Behindertenpass fahren Sie in ganz Österreich um 50 Prozent günstiger, ohne eine eigene Ermäßigungskarte zu brauchen.
Schweizerisches Rotes Kreuz – Fahrdienst
Freiwillige des Roten Kreuzes fahren ältere und kranke Menschen zu Arztterminen und in die Therapie, wenn Bus und Bahn nicht mehr gehen. Gebucht wird telefonisch, je nach Kantonalverband auch online. Sie zahlen eine Entschädigung, die die Auslagen der Freiwilligen deckt, also deutlich weniger als ein Taxi.
Schweizerisches Rotes Kreuz – Notruf
Der Rotkreuz-Notruf ist ein Sender, den Sie am Handgelenk oder als Kette tragen und über den Sie auf Knopfdruck eine rund um die Uhr besetzte Notrufzentrale erreichen. Die Zentrale sieht Ihre hinterlegten Angaben, verständigt Ihre Kontaktpersonen oder den Rettungsdienst. Es gibt Varianten für zu Hause, für unterwegs und als Uhr.
Spitex Schweiz
Spitex steht für spitalexterne Hilfe und Pflege: professionelle Pflege und Betreuung bei Ihnen zu Hause. Nach einem Schlaganfall unterstützt die Spitex Sie bei Körperpflege, Medikamenten, Wundversorgung und im Alltag, damit Sie zu Hause bleiben können. Der Zugang läuft über eine ärztliche Verordnung, die Kosten der verordneten Pflege übernimmt die Krankenkasse aus der Grundversicherung.
Was möchten Sie als nächstes tun?







